Der Test: Visionbody Home EMS-Suit

Um mir und euch einen besseren Überblick über die einzelnen EMS-Produkte für den Heimgebrauch zu schaffen habe ich mir den Visionbody Home EMS-Suit bestellt. Nach 4 Monaten des Wartens kam nun letzte Woche endlich das Paket. Leider erfolgte dies erst, nachdem ich die Bestellung storniert hatte. Dem Unternehmen fehlten laut Aussage die Microchips. Dies ist in der momentanen Krise dieser Bauteile nicht besonders verwunderlich. Allerdings bin ich von der Kommunikation mit der Firma enttäuscht. Mehrfach habe ich nachgefragt wie der Lieferstatus sei. Leider bekam ich anfangs ausweichende, später dann gar keine Antworten mehr. Erst als ich dann resigniert die Bestellung widerrief bekam ich was ich wollte. Skurril. Doch nun zum eigentlichen. Dem Anzug an sich:

Textilie:

Der Stoff fühlt sich ähnlich an wie der vom Eaglefit. Hat aber eine andere Zusammensetzung. Er besteht zu 71% aus Polyamid, zu 16,5% aus Elasthan, zu 6,0% aus Polyester, zu 5,5% aus Polyurethan (Randbefestigung der Elektroden) und zu 2,0% aus Pur Silber (Überzug der Elektroden) Durch die nicht farblich abgesetzten Nähte macht er auf mich einen etwas edleren Eindruck. Die Pilling-Affinität dieser glatten Oberfläche bei häufigerem Kontakt mit Klettverschluss eines nicht im Paket enthaltenen Taillengurts (um den Elektrodenkontakt am Rumpf bei verschiedenen Bewegungen zu gewährleisten) nehme ich zur Kenntnis.

Für mich (1,80; 82 kg) ist die Größe M optimal. Der Anzug lässt sich super leicht anziehen und sitzt wie maßgeschneidert. Der Reißverschluss auf der Rückseite lässt sich entspannt schließen dank einer langen Schnur. Tatsächlich habe ich kurz das Gefühl gehabt mich in einem bequemen Surfanzug zu befinden…

Der erste Eindruck:

Beim Auspacken des Anzugs und Geräts aus dem in einem Pappkarton gelieferten Rucksack überkam mich kein sehr erhabenes Gefühl. Das Packaging ist simpel. Keine Hochglanzverpackungen. Es befindet sich alles im Rucksack. Eigentlich ganz nett. Es gibt wenig Müll. Aber ich dachte die Firma würde sich selbst noch ein wenig mehr representen und darstellen.

Der Anzug ist in einem Palstik-Zippbeutel. Das ist auch bei Eaglefit so. Die Stimulationseinheit kommt in einer verschliessbaren Schatulle. Das ist ganz cool, denn so kann man sicher stellen, dass sich die vergoldeten Kontakte nicht sofort abreiben, und somit ihren Durchsatz verlieren. Es gibt einen Akku (Fotoakku) den man in die Box einbaut, und bei Notwendigkeit des Austauschs dann auch selbst tauschen kann (Habe ich so auch bei einem Niederfrequenzanzug von Quick Concept schon gesehen).

Ladegerät und Bedienungsanleitung sind natürlich auch vorhanden. Genauso auch ein kleines Wäschenetz.

Update 16.7. : Anfangs hatte ich mir die aktuelle Version bestellt (2.5). Da diese mir nach 2 Monaten nicht zugestellt wurde beschwerte ich mich mehrmals. Daraufhin wurde mir wegen der Verzögerung die Aussicht auf ein Upgrade zur Version 3.0 gegeben und dies dann auch bestätigt. Diese sollte EKG messen und auch Mittelfrequenz auf Trockenelektrode leisten können. Nachdem Dann wieder 2 Monate nichts geschah habe ich wie oben gelesen storniert. Daraufhin bekam ich dann den Suit. Dieser ist… wie sich nun herausstellte… von der Hardware auch 3.0. Doof nur, dass die Software (App) nicht zur Verfügung und einem kein Hinweis darauf gegeben wird was man da eigentlich bekommen hat. Auch in der Benutzungsanleitung wird darüber kein Wort verloren. Erst der Nutzer Florian hat mich darauf hingewiesen welche Version ich da bekam.

Design des Visionbody Home EMS-Suit:

Das Aussehen des Anzuges im Internet ist edel. Klassisches, leicht mattes schwarz mit dem dezenten Firmenlogo auf der Brust. Der Internet-Auftritt (Bilder) des Anzuges ist für mich den Konkurrenten überlegen. Und so erwartet man natürlich auch ein edles Stück Stoff. Der Stoff ist nicht zu dick und nicht zu dünn. Eigentlich genau richtig. Er fühlt sich aber für mein Dafürhalten etwas weich an. Sein Aussehen ist jedoch makellos. Von den Niederfrequenz-Anzügen ist er in Puncto Design mein Favorit. Mit schwarz kann man einfach nichts falsch machen.

Stimulationseinheit:

Die Stimulationseinheit ist sehr klein und kompakt. Ihre Power bekommt sie aus einem auswechelbaren Foto-Akku. Das ist super! Lässt die Akkuleistung wegen vieler Ladezyklen nach, so kann ich einfach einen neuen Akku kaufen ohne das Gerät wieder dem Hersteller zurück senden zu müssen.

Leider sind die goldfarbenen Kontaktstifte so angebracht, dass sie beim liegen auf dem Boden leichten Druck ab bekommen. Dies könnte aus Erfahrung mit anderen Systemen ein kleines Problemchen hervorrufen, wenn die Stifte nicht sauber federgelagert sind, und sich irgendwie verhaken. Blöd ist auch, dass so der Abrieb an den Kontakten beim Ablegen und Aufheben der Box erhöht wird.

Die App:

Verfügbar nur für Geräte von Apple ist die Software ist intuitiv und schlicht gehalten. Nach einer Registrierung und Bestätigung der Emailadresse, sowie Verbinden der Powerbox via Bluetooth geht es relativ schnell los und man kann das Training beginnen. Die Bedienung der App ist während des Trainings ohne Probleme möglich, da die 8 Muskelgruppen leicht zu steuern sind. Wie die App von Easy Motion Skin und kraftwunder kann cie aber nicht im Hintergrund betrieben werden. Positiv fällt allerdings auf, dass das unterbrochene Training ohne Probleme wieder aufgenommen werden kann (Bei easy Motion Skin wäre ein Neustart des Trainings erforderlich). Bei Verlust der Bluetooth-Verbindung schaltet sich die Powerbox aus. Die Wiederaufnahme der Verbindung klappt schnell und ohne Probleme.

Trainingsprogramme: Es gibt klassische Trainingsprogramme: Basic (unterteilt in „Getting Started“, „Basic 1“, „Kontinuierlich1“), Kraft, Ausdauer, Fatburning und Spezial (Massage). Angenehm ist, das vor jedem einzelnen Training nochmals verschieden Parameter (Stromimpulsdauer, Pausendauer, Trainingsdauer, Intensität) eingestellt werden können. Das ist cool gelöst.

Die App ist Lizenzfrei. Es besteht also die Möglichkeit so viele Krafttrainingseinheiten durchzuführen wie man will. Ob das jetzt der Gesundheit eines jeden einzelnen Verbrauchers dienlich ist oder nicht muss jeder selbst entscheiden. Die Offenheit des Systems gibt einem hier die Möglichkeit eine Powerbox mit mehreren Personen zu teilen. So lässt sich natürlich geschickt der Individualpreis drücken. Partnertraining wäre dann beim jetzigen Kaufpreis von System und Extra-Suit schon richtig billig. Das gefällt!

Stromgefühl:

Bei trockener Haut ergibt sich wie bei allen Trockenelektroden zunächst ein sehr sticheliges Gefühl auf der Haut. Auch bei teilweisem Verlust des Kontaktes zwischen Haut und Elektrode kommt es zu unangenehmem stechen oder brennen. Das ist aber bei allen NF-Wireless Lösungen so. Die Frage ist aber: Ab welchem Grad der Hautfeuchtigkeit lässt dieses unangenehme Gefühl nach. Die Elektroden bei Visionbody sind von Silber überzogen. Bei der hier besprochenen trockenen Konkurrenten sind sie jedoch mit leitendem Silikon überzogen. Ich habe den Eindruck bei leitendem Silikon früher ein angenehmeres Stromgefühl zu bekommen. Leider hat Visionbody im Paket auch keinen Taillengurt der durch Kompression eine dauerhafte Verbindung zwischen Elektroden und Haut im Rumpfbereich sicherstellt. Diesen müsste man extra im Shop für 23,68 € bestellen…

Verarbeitung/ Qualität:

Die Qualität des Anzugs scheint ok zu sein. Die Nähte sind gut, der Reißverschluss solide. Die Ränder der Elektroden sind mit Polyurethan in das Restgewebe eingelassen (geklebt?). Das grenzt sie gut ab und gibt dem Elektrodenrand Stabilität. Ich bin kein Freund von Silberüberzug auf Elektroden. Ich mag mit Silikon übezogene. Die fühlen sich für mich besser an und sind länger haltbar.

Die Powerbox sitzt fest an der rechten vorderen oberen Hüfte. Sie ist magnetisch angedocht und hat Aufnahmehaken an der Platte. Zusätzlich ist sie mit einem Klett gesichert. Da sollte also nichts passieren. Die federnden Adapterstecker sind dünn mit einem goldenen Metall überzogen. über die Langlebigkeit dieser Verbindung mag ich noch keine Aussage treffen.

Wissensvermittlung:

Mit dem gekauften Paket bekommt man eine Bedienungsanleitung. Diese lehrt aber nur die Bedienung, nicht jedoch die Grundlagen gesundheitsorientierten EMS-Trainings. Kontraindikationen müssen bei jedem Start des Gerätes bestätigt werden.

Möchte man mehr über EMS-Training wissen, bietet die Firma eine 30 Minütige Live Product Presentation an. Sollte es darüber hinaus noch Fragen geben bieten sie EMS Online Personal Training mit ihrem Head Trainer an (39 €/30 Min auf der englischen Seite, 35 €/30 Min auf der deutschen). Weiterhin gibt es ein monatliches Trainings Package (219 € Englisch, 210 € Deutsch). Hier gibt es einen individuellen Trainingsplan und online Trainingssessions (wohl wöchentlich 20 Min) mit dem Trainer. Kostenfreies Training gibt es nur Mittwochs im VB Online Bootcamp. Bei der Registrierung dazu fällt allerdings auf, dass es nur einen Termin mit 30 Plätzen um 07:00 Uhr gibt. Es ist unklar ob die am Morgen oder Abend sein soll.

Preis:

Normalerweise beträgt der Preis 1690 €. Der momentane um 500 Euro gesenkte Aktions-Sonderpreis des Visionbody Ems@Home Systems beträgt 1190 Euro. Das ist im Vergleich mit dem anderen Niederfrequenz Home System von Easy Motion Skin sehr günstig. Der Eaglefit Anzug ist mit 1290 Euro (ohne Rabattierung) in der gleichen Preisklasse. Ein Austauschanzug (oder Partneranzug) kostet 289 €. Das ist ein sehr guter Preis…

Garantie:

Visionbody gibt für mindestens ein Jahr Garantie, abhängig vom jeweiligen Verkaufsland. Allerdings gelten die Bedingungen nur auf Sachmängel, die schon bei Verkauf vorhanden waren. Später auftretende Schäden am Visionbody-System sind laut Definition des Herstellers keine Mängel.

Hierzu möchte ich kritisch zu bemerken geben, dass die Abnutzung der Silberschicht (Training und waschen) der Elektroden natürlich zu einer Verminderung des Stromdurchflusses führen wird. Erfahrungsgemäß geht das bei dieser Art Elektrode relativ schnell. Ich verstehe nicht, wieso die Firma nicht auf mit Silikon beschichtete Elektroden umstellt. Betrachtet man allerdings den günstigen Tarif, zu dem ein weiterer Anzug erworben werden kann, so fällt der Mangel an Langlebigkeit dieser SIlberelektroden nicht soooo sehr ins Gewicht.

Fazit:

Tauglicher Anzug und System ohne Lizenzeinschränkung, mit einigen kniffigen Lösungen in den Einstellungsmöglichkeiten der App. Die Bedürfnisse ehemaliger Miha-Bodytec Studiobesucher werden befriedigt. Leider wird der Stromdurchsatz der Elektroden mit der Zeit nach lassen und man wird sich einen neuen anschaffen müssen. Wann das geschieht hängt von der Pflege und der Wäsche ab. Da der Ersatzanzug aber relativ günstig daher kommt ist das jetzt kein zu großes Problem.

Ich persönlich würde mir zum jetzigen Kaufpreis von 1190 Euro lange überlegen müssen ob ich wegen eingeschränkter Kaufkraft (Hab ich 3000, dann würde ich mich entweder für die Mittelfrequenz von kraftwunder, oder eben klassisch Easy Motion Skin entscheiden) meinerseits einen Eaglefit, oder den hier nehme. Für die 100 Euro, die ich im Vergleich spare finde ich dann aber das Stromgefühl hier nicht so angenehm. Die Entscheidung fiele also zunächst bei der Frage: Geld oder Gefühl? Für den normalen Kaufpreis von 1690 € würde ich mich gegen Visionbody entscheiden. für 1190 könnt ich mir die Anschaffung als Endkunde vorstellen.

Mit dem Rabattcode FFORMS50 könnt ihr nochmals 50 € auf den Kaufpreis sparen.

Zur besseren Übersicht hier nochmal ein kurzes Video, in dem ich den Visionbody-Anzug vorstelle:

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Visionbody Vorstellung

7 Antworten

  1. Florian sagt:

    Vielen Dank für den ausführlichen Bericht.
    Dies scheint der VB 3.0 zu sein mit Bluetooth 5.0, 20 Kontaktstifte für’s EMS und die 5 für EKG-Messung.
    Wurde letzteres Feature schon getestet? Soll „medical grade“ sein, bin gespannt und hoffe die HF kann live an eine Smartwatch Garmin/Apple gesendet werden.
    Auf deren Webseite bieten sie noch den VB 2.5 an mit BT 4.0 und ohne EKG für den Heimgebrauch.
    Wie bist an den neuen gekommen?

    Gruß Florian

    Ps. Im Bericht beschreibst den VB als Niederfrequenz-Suit, die Version 3.0 kann Dank neuen Chips bis zu 10kHZ erzeugen, was Mittelfrequenz entspricht.

    • Lieber Florian,

      …wo soll ich anfangen?

      Also: Bestellt habe ich wohl den 2,5. Wegen Lieferschwierigkeiten und meiner Unzufriedenheit darüber wurde mir dann der 3.0 versprochen.
      Dieser wurde dann aber auch nicht rechtzeitig geliefert. So dass ich vom Vertrag zurück treten wollte. Direkt nach Absenden der Rücktritts-Email kam dann eine Mail von VB in der sie sich nochmal entschuldigten und mir eine Lieferung für die darauf folgende Woche versicherten.
      Da kam dann dieser Anzug. Ich war auch verwundert. Im Handbuch und in der App steht nix von EKG und Mittelfrequenz. Also haben sie mir wohl doch den 2,5 gesendet. Egal. Diesen habe ich nun getestet. Mehr Funktionen als beschrieben gibt es in diesem Modell leider nicht. Und auf den 3.0 kannst du wohl eher noch lange warten… Für die Mittelfrequenz solltest du dir dann evtl mal den Test vom kraftwunder durchlesen.

      Viele Grüße,
      Richard

  2. Florian sagt:

    Hey Richard,

    vielen Dank für die rasche Antwort.

    Habs rausgefunden, nur deine Anleitung ist noch von 2.5. Ansonsten du hast schon den VB 3.0 Suit bekommen, die Trockenelektroden sind nur noch verklebt, bei 2.5 waren die noch mit vernäht. Die Box ist auch 3.0, ist eckiger und kann via USB-C geladen werden, die 2.5 war abgerundeter und benötigte noch ein gesondertes Ladekabel.

    Praktisch ist im 3.0 Suit der EKG-Monitor verbaut und mit den zusätzlichen Kontaktstiften sollte es möglich sein diese Werte auch zu übertragen.
    Hardware ist da, und laut einer Anfrage wird die Software mit den neuen Features in 2 Wochen veröffentlicht. Vielleicht magst du dann ein Update diesbezüglich schreiben.

    Ich warte auf jeden Fall auf den VB 3.0 – der Kraftwunder (schon gelesen) ist mir zu umständlich in der Handhabung und auch zu teuer.

    Gruß Florian

    Ps. Die Herzfrequenz-Werte können nicht an eine Smartwatch weitergeleitet werden, laut Aussage eines Mitarbeiters.

    • Moin!

      Ja. Dann ist es der 3.0. Ich habe das Feature mit dem EKG-Monitoring nicht testen können. Wenn es keine Funktion in der App gibt und auch noch keine Beschreibung in der Bedienungsanleitung würde ich das als Firma auch eher nicht als neues Merkmal kommunizieren. Erst muss es laufen. Dann mach ich Werbung. Aber scheinbar geht es auch anders. Erst Werbung machen, dann entwickeln. Das ist nicht meine herangehensweise. Das finde ich schräg.
      Ich habe den Anzug nun zurück gesendet und warte auf Erstattung meiner Kosten. Vielleicht bekomm ich ja nochmal einen wenn es endlich mal funktioniert. Wer weiss…
      Der kraftwunder-Anzug funktioniert. Auch in Mittelfrequenz. Und mit den austauschbaren Elektroden relativiert sich der Preis dann doch schon wieder ein ganzes Stück. Aber ja – einfach rein schlüpfen ist nicht… da musst du erst nass machen. Im Studiobetrieb finde ich das ok. Für zuhause ist das wirklich nicht jedermanns Sache. Da bin ich voll bei Dir.

      Viele Grüße.

  3. Super geschriebener und informativer Artikel :-). In diesen Blog werde ich mich noch richtig einlesen

  4. Evangelista sagt:

    Hallo

    Kannst du mir sagen, welchen Akku man dazu braucht? Habe den Anzug jedoch keinen Akku erhalten. Patona Akku gibt es ja verschiedene.

    Grüsse aus der Schweiz

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